Kindesschutz im Tourismus – Was kann ich tun?

Der Tourismus ist eine rasant wachsende Branche, die globale Reisetätigkeit hat seit Mitte der achtziger Jahre stark zugenommen. Viele verschiedene Akteure sind am Tourismus beteiligt, von den Reisenden über die Reisebüros und Veranstalter bis zu den Menschen vor Ort. Einige unserer Zielländer befinden sich in ökologisch und sozial fragilen Regionen. Vor allem Kinder aus diesen Regionen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, als Arbeitskraft ausgebeutet oder sexuell missbraucht zu werden. Mit diesem Artikel möchten wir Reisenden eine Hilfe bieten, was sie bei einem Verdachtsfall machen können.

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Kindesschutz im Tourismus

Worum geht es?

Für Reisende ist der Urlaub die schönste Zeit des Jahres. Mit Urlaub verbinden wir viele tolle Erinnerungen an Abenteuer, Erlebnisse und eine schöne Zeit mit Freunden oder der Familie. Doch die Bedürfnisse der Menschen vor Ort dürfen dabei nicht vernachlässigt werden. Vielmehr kann jeder, der mit offenen Augen und Ohren reist durch einfache Hilfeleistung Kinder vor Ausbeutung schützen.

"Unter kommerzieller sexueller Ausbeutung Minderjähriger versteht ECPAT sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen, die eine Bezahlung, Geschenke, Gefälligkeiten oder Dienstleistungen gegenüber dem Kind oder anderen Personen beinhalten. Meist treiben Zwänge und Notlagen die Kinder in Situationen, in denen sie sexueller Gewalt ausgesetzt sind, beispielsweise in der Prostitution."

ECPAT

Das kriminelle Geschäft mit Kindern ist nur zu einem Bruchteil aufgedeckt und geschieht oft hinter verschlossenen Türen, die Zahlen beruhen daher nur auf Schätzungen und dienen als Anhaltspunkt.

Laut UNICEF (www.unicef.de) kann von folgenden Zahlen ausgegangen werden:

  • 1,2 Millionen Kinder werden jedes Jahr wie Ware verkauft
  • 1,8 Millionen Kinder werden zur Prostitution und Pornografie gezwungen
  • 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen werden pro Jahr Opfer sexueller Gewalt
  • Bereits 2003 waren schätzungsweise 3 Millionen kinderpornografische Bilder im Internet abrufbar
  • Alleine in Südafrika prostituieren sich rund 30.000 Kinder, die Hälfte von ihnen ist jünger als 14
  • 12 Milliarden USD werden pro Jahr mit Kinderprostitution und -pornografie umgesetzt

Nach Artikel 1 der UN-Kinderrechtskonvention ist jeder Mensch, der das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ein Kind. Täter in Deutschland müssen mit einer Freiheitsheitsstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen, bei Fällen mit Todesfolge bis hin zu lebenslänglich. Dank der Extraterritorialität können Straftaten auch in Deutschland verfolgt und verurteilt werden, wenn diese im Ausland begangen wurden.

Ursachen und Hintergründe

Besonders schutzbedürftig sind Kinder, die in Heimen aufwachsen und aus maroden Familien oder extremer Armut stammen. Es gibt einige Faktoren, die erheblich zur Gefährdung eines Kindes beitragen:

  • Armut und extreme soziale Gegensätze
  • Gewalt und sexueller Missbrauch in der Familie
  • Diskriminierung von Frauen und Mädchen
  • Kriege und bewaffnete Konflikte
  • Die Ausbreitung von AIDS
  • Fehlende Registrierung von Geburten

Organisationen zum Kindesschutz im Tourismus

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich die Kinderrecht zu einem globalen Thema entwickelt. Durch die Folgen des ersten Weltkriegs wurden die ersten Kinderrechtsorganisationen gegründet und die Genfer Erklärung verabschiedet. Seitdem arbeiten viele Menschen auf der ganzen Welt daran, das Wohlergehen und Aufwachsen aller Kinder zu schützen. Am 20. November 1989 verabschiedete die UN die internationale Kinderrechtskonvention. Dieser Tag manifestiert die Rechte von Kindern und ist seitdem internationaler Tag der Kinderrechte

Als Auswahl von Projekten, die sich im Kindesschutz engagieren möchten wir folgende Organisationen nennen:

ECPAT (End Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking of Children for Sexual Purposes) ist ein internationales Netzwerk aus 90 Gruppen in 82 unterschiedlichen Ländern mit Sitz in Bangkok. Als Kinderrechtsorganisation setzt ECPAT sich gegen die Ausbeutung von Kindern in der Prostitution, der Pornografie und im Kinderhandel ein. Für Deutschland wird das Netwerk vom ECPAT Deutschland e.V. vertreten. Ziel ist die Umsetzung von Kinderrechten durch verschiedene Kampagnen und Projekte.

The Code ist ein Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung auf Reisen und im Tourismus

The Code verfolgt das Ziel, in der Tourismusbranche Bewusstsein zu schaffen sowie Hilfsmittel und Unterstützung zu bieten, um die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Zusammenhang mit Reisen und Tourismus zu bekämpfen.

Als Teil dieser Mission wendet The Code die folgenden sechs Kriterien an, welche Angehörige der Tourismusbranche einhalten müssen, sobald sie The Code beitreten:

  1. Festlegung einer Richtlinie und Verfahrensweisen gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern.
  2. Schulung von Mitarbeitern in Kinderrechten, der Prävention sexueller Ausbeutung und dem Melden verdächtiger Fälle.
  3. Aufnahme einer Klausel in Verträge in der gesamten Wertkette, die eine gemeinsame Ablehnung und ein Nulltoleranzprinzip der sexuellen Ausbeutung von Kindern festlegt.
  4. Informieren von Reisenden über Kinderrechte, die Prävention sexueller Ausbeutung von Kindern und das Melden verdächtiger Fälle.
  5. Unterstützung, Zusammenarbeit und Einbeziehen von Akteuren bei der Prävention sexueller Ausbeutung von Kindern.
  6. Jährliche Meldung der Umsetzung von Aktivitäten in Bezug auf The Code.

UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (United Nations Children’s Fund). Der Auftrag von UNICEF ist es, die Kinderrechte für jedes Kind zu verwirklichen, unabhängig von seiner Hautfarbe, Religion oder Herkunft. Richtschnur für die weltweite Arbeit ist die UN-Konvention über die Rechte des Kindes.

Von der schnellen Nothilfe bis zum langfristigen Wiederaufbau hilft UNICEF, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und sicher groß werden und ihre Fähigkeiten voll entfalten können.

UNICEF Deutschland wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit.

Save the Children ist die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation. Die Organisation wurde 1919, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, von der Lehrerin Eglantyne Jebb in Großbritannien gegründet. Kinder in Deutschland waren die ersten, denen Save the Children half. Save the Children arbeitet in mehr als 120 Ländern, hat Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) der Vereinten Nationen und unterstützt die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen, die 1997 den Friedensnobelpreis erhalten hat.

 

 

Verhalten bei Verdachtsfällen

Haben Sie eine auffällige Situation beobachtet, oder sind sich nicht sicher, ob eine Straftat vorliegt? Schreiben sie sich wichtige Informationen auf (Beschreibung Person, Nummernschild Auto, Straßennamen, Hotelzimmernummer etc.). Die örtliche Polizei, die deutsche Botschaft und auch viele Hotels werden Ihnen beim Umgang mit der Situation weiterhelfen. Meldungen zu Verdachtsfällen können über die Plattform nicht-wegsehen.net an ECPAT übermittelt werden. Die Meldung kann komplett anonym abgegeben werde, falls keine persönlichen Daten angegeben werden möchten. Jede Meldung zählt und kann helfen, die Ausbeutung eines Kindes zu verhindern. Bei Unsicherheiten stehen Ihnen die Mitarbeiter von Green Tiger gerne jederzeit zur Verfügung

Engagement von Green Tiger Travel

Der Tourismus hat, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern, einen großen Einfluss auf die Entwicklung eines Landes. Die Unternehmensführung sowie alle Mitarbeiter von Green Tiger sind sich der Verantwortung bewusst und gestalten alle Reisen möglichst nachhaltig, um die positiven Wirkungen des Tourismus überwiegen zu lassen.

Seit 2019 sind wir Unterzeichner des Kinderschutzkodex „The Code“. Somit haben wir uns bewusst verpflichtet, die darin festgeschriebenen Kriterien zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung umzusetzen. Als Beilage zu den Reiseunterlagen schicken wir jedem unserer Kunden einen Informationsflyer von ECPAT. Des Weiteren stellen wir uns als Ansprechpartner für unsere Kunden zur Verfügung, falls vor Ort ein Verdachtsfall beobachtet wurde.

Dabei bauen wir auf die Unterstützung aller Mitarbeiter sowie der Kunden. Fortlaufend werden Maßnahmen für einen geeigneten Kindesschutz in unseren Reiseländern entwickelt. Sowohl Beschäftigte der Reisebranche als auch Reisende selbst können eine aktive Rolle beim Kindesschutz im Tourismus spielen.

Unterzeichung The Code

Weiterführende Informationen

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