Rama X – Ein neuer König für Thailand

Am 13. Oktober 2016, im Alter von 88 Jahren ist König Bhumibol von Thailand, Rama IX, verstorben. Sein Sohn Maha Vajiralongkorn ist ihm auf den Thron gefolgt. Wie hat sich die Situation in Thailand verändert?

König Bhumibol „der Große“

70 Jahre saß Bhumibol auf dem thailändischen Thron und war damit der am längsten amtierende Monarch seiner Zeit. Er ist dafür bekannt gewesen sein Land mit Menschenliebe zu regieren und hat sich häufig für wohltätige Zwecke engagiert. Er galt als nicht korrupt und vertrauenswürdig.

Das Motto seiner Regierungszeit lautete: „Ich werde das Land einzig zum Vorteil seiner Menschen regieren“. Und genau das hat er getan. Von seinem Volk wird er verehrt. In den meisten Haushalten hängt ein Bild des Königs, obwohl dies nicht gefordert wird. Nicht selten tragen Autos einen Aufkleber mit der Aufschrift „Wir lieben den König“. Den selben Schriftzug tragen viele T-Shirts der Thais, alle in Gelb, der Farbe des Königs.

Doch König Bhumibol ist verstorben und sein 65-jähriger Sohn Maha Vajiralongkorn hat jetzt seine Nachfolge angetreten. Eine Tatsache, auf die viele Thais mit Sorge und Skepsis reagiert haben.

Der König der deutschen Klatschpresse

Das Erbe, einer der beliebtesten Könige die Thailand je gesehen hat, anzutreten ist sicherlich keine leichte Aufgabe. Doch Maha Vajiralongkorn tut sich sichtlich schwer dabei, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Man fragt sich fast, ob er es überhaupt ernsthaft versucht.

Er gehört der reichsten Königsfamilie der Welt an, das Vermögen wird auf eine Höhe von unglaublichen 35 Milliarden Euro geschätzt. Außerdem gilt er als exzentrisch und verschwenderisch. Am liebsten gibt Vajiralongkorn sein Geld in Bayern aus. Mit seiner Geliebten Suthida lebt er die meiste Zeit in einer Villa am Starnberger See. Sie ist eine Bürgerliche und hat ehemals als Stewardess bei Thai-Airways gearbeitet. Dies ist vermutlich auch der Grund, weshalb die Beziehung nie öffentlich gemacht wurde. Insgesamt hat er sieben Kinder von drei Frauen.

Doch die deutsche Klatschpresse ist durchaus über die Beziehung der beiden informiert. Regelmäßig erscheint Thailands König mit seinen Eskapaden in den Schlagzeilen. Gerüchten zufolge hat er selbst unvorteilhafte Videos seiner feiernden Exfrau im Internet verbreitet. Darüber hinaus wurde eine ausschweifende Party zu Ehren des königlichen Pudels veranstaltet. Auch gehen immer wieder Fotos aufgrund der unroyalen Kleiderwahl des Skandalkönigs durch die Presse.

Bangkok - Thailand
Bangkok Königspalast

Doch Thailand weiß offiziell nichts von dem wilden Leben seines Königs in Bayern. Die Regierung gibt sich große Mühe ein vorzeigbares Bild Vjiralongkorns aufrecht zu erhalten. Nicht zuletzt, weil sich die Militärregierung in Thailand zu großen Teilen auf den König stützt.

Dennoch gilt der neue König als nicht sehr beliebt. Die Thais sind skeptisch wegen des unsteten Lebens ihres Monarchen. Allerdings gilt in Thailand ein strenges Gesetz bei Majestätsbeleidigung. Im Falle eines Verstoßes kann man mit bis zu 15 Jahren Haft verurteilt werden. Die Festnahmen haben sich seit der Ernennung des neuen Königs weiter intensiviert.

Die Frage bleibt, ob Maha Vajiralongkorn der verantwortungsvollen Aufgabe ein Land zu regieren gewachsen ist. Womöglich wird er sich ein Beispiel an seinem Vater nehmen, als dieser den Thron mit 18 Jahren besteigt, legt er alle seine unköniglichen Angewohnheiten schnell ab. Er galt ebenfalls als Lebemann.

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Das Königreich Bhutan – Glück über den Wolken

Im Königreich Bhutan, dem Land des Donnerdrachen, ist das Glück ein Staatsanliegen, die Straßen müssen ohne Ampel auskommen und die Geister leben in den Berggipfeln des Himalaya.

Wo das Glück messbar ist

Obwohl Bhutan kein reiches Land ist, so ist es doch reich an zufriedenen Menschen. Hier wird eine Balance aus Spiritualität und Materialität angestrebt. Der Respekt vor Natur, Kultur und Mensch ist von größerer Wichtigkeit als die Gier nach Macht und Geld.

Das Glück der Menschen wird seit 2010 sogar konkret gemessen. Hierfür wird das Bruttonationalglück berechnet. Es ist der Gegenentwurf des bhutanischen Königs zu dem Bruttoinlandsprodukt. Statt nur Zahlen aus der Wirtschaft und dem Dienstleistungssektor zu verwenden, fließen in das BNG vielfältigere Größen ein. So zum Beispiel ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, soziale und gesellschaftliche Entwicklung, gerechte Verteilung der Güter und der Schutz kultureller Werte. Das Bruttonationalglück ist damit ein Wert, um das Wohlergehen der Bhutaner zu messen.

Der vierte König Jigme Singye Wangchuck setzt damit ein deutliches Zeichen. Die bhutanische Wirtschaft nimmt mehr Rücksicht auf traditionelle buddhistische Werte und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und verzichtet dafür auf exponentielles Wachstum.

Königreich Bhutan

Der Fortschritt macht auch vor Bhutan nicht halt

Seit 2006 fällt diese Aufgabe seinem Sohn Jigme Khesar Namgyel Wangchuck zu, der sie auch verantwortungsvoll weiterführt. Nachdem Bhutan über Jahrhunderte nahezu von der Außenwelt abgeschirmt war, öffnet es sich dem Tourismus nach und nach. Im Jahr besuchten ca. 30.000 Touristen das Königreich.

Die Flugstrecke über den Himalaya gilt als eine der schönsten der Welt. Zudem ist die Natur nahezu unberührt, in den dichten Wäldern kann man auf Königstiger, Leoparden, Elefanten und Nashörner treffen. Darüber hinaus locken die malerischen Bergsteigerrouten durch den Himalaya. Allerdings dürfen die Berge nicht auf über 6.000 Meter bestiegen werden. Die Geister leben auf den Gipfeln der höchsten Berge, glauben die Bhutaner.

Das Tigernest, ein buddhistisches Kloster, welches sich an die Hänge des Gebirges schmiegt, ist zum Wahrzeichen Bhutans geworden. In kaum einem anderen Land der Welt kann man Buddhismus so erleben wie hier. Gedankenverloren tanzen Mönche zu den Klängen der Musik und bunte Gebetsfahnen flattern im Wind.

Im Jahr 1999 wird der erste Fernseher angeschlossen und im Jahr 2004 folgt das Mobiltelefon. Der Fortschritt kommt, langsam aber sicher. Damit das Glück des Einzelnen nicht geschmälert wird, dosiert die Regierung des jungen Drachenkönigs den Einfluss des Westens stetig und lenkt ihn in die richtigen Bahnen.

Ein eigener Weg in die Zukunft

Das kleine Land ist seit 2008 eine Demokratie, und dies wurde von den Einwohnern keineswegs gefordert, vielmehr ist es ihnen von ihrem König verordnet worden. Dieser verordnete übrigens auch die erste Verkehrsampel, doch den Bhutanern wurde das schließlich zu bunt und die Ampel ist kurzerhand wieder abgebaut worden.

Der Traum vom Glück, abseits der industriellen Zwänge und der konsumgeprägten westlichen Welt, das ist es, was Bhutan verspricht. Das Königreich in den Wolken, zwischen den Großmächten Indien und China gelegen, hat es geschafft seine Unabhängigkeit und seinen Zauber zu bewahren. Und es ist uns, trotz, vielleicht aber auch wegen seiner Ursprünglichkeit, in viele Dingen voraus.


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