Reisfelder in Vietnam und Kambodscha – Überblick

Reisfelder prägen Vietnam und Kambodscha wie kaum eine andere Landschaft. Endlose smaragdgrüne Teppiche im Mekong-Delta oder terrassierte Hügel in Sapa und um Angkor bilden das visuelle Rückgrat Südostasiens und versorgen Millionen Menschen mit ihrem täglichen Reis, der weit mehr als nur Grundnahrung ist: Er trägt Mythen, Feste und Gemeinschaftsrituale in sich, von der gemeinschaftlichen Pflanzung bis zur Erntefeier.

Reisfelder im Sommer

Der Jahreszyklus der Reisfelder in Vietnam

Ha Giang Reiseernte Frau

Setzlinge

Die erste Phase im Reisanbau: Die Reiskörner wurden eingeweicht, ausgesät und sind zu zarten, hellgrünen Pflänzchen herangewachsen. In kleinen Saatbeeten wachsen sie dicht an dicht, bis sie kräftig genug sind, um ins große Feld umgesetzt zu werden

Sapa Reisfeld

Wachstum – Grün

Nachdem die Setzlinge ins überflutete Feld gepflanzt wurden, beginnt das kräftige Längen- und Blattwachstum. Die Felder leuchten nun in intensivem Grün, und die Bauern achten genau auf genug Wasser, Nährstoffe und den Schutz vor Schädlingen.

Chau Doc Aussicht vom Sam Mauntain

Gelb-grün

Wenn die Pflanzen älter werden, bilden sich die Ähren, und die Körner beginnen zu reifen. Die Farbe kippt langsam von sattem Grün in ein gelbliches Grün – ein Zeichen dafür, dass der Reis zur Reife übergeht und die Bewässerung meist schon reduziert wird.

Vietnam - Sapa - Reisernte

Reiseernte

Jetzt stehen die Felder goldgelb, die Halme neigen sich unter dem Gewicht der vollen Körner. Die Bauern schneiden die Ähren, dreschen den Reis aus und bringen die Körner zum Trocknen und späteren Schälen.

Wandern in Sapa, Nordvietnam - Vietnam

Kahl

Nach der Ernte bleiben nur die kurzen Stoppeln im Feld zurück, das Land wirkt fast leer. In vielen Regionen werden die Halme entfernt oder untergepflügt, und das Feld ruht kurz, bevor der nächste Zyklus vorbereitet wird.

Vietnam Hochtal im Nordwesten mit Reisterrasse

Wässerung 

Bevor neue Setzlinge umgesetzt werden, wird das Feld erneut geflutet. Das Wasser macht den Boden weich, unterdrückt Unkraut und schafft die ideale Umgebung, damit die jungen Reispflanzen wieder anwachsen – der Kreislauf beginnt von vorne.

Die Zeiten der Reisfelder unterscheiden sich in Vietnam je nach Region

Je nach Region in Vietnam, wächst der Reis zu unterschiedlichen Zeiten. Zudem kann unterschiedlich häufig geerntet werden. Während im gebirgigen Norden nur ein mal pro Jahr geernet werden kann, reift der Reis im Mekong-Delta bis zu drei mal im Jahr.

Für Reisende, die unbedingt die satten Reisfelder auf ihrer Vietnamreise sehen möchten, bietet folgende Übersicht eine Orientierung zur besten Reisezeit:

Übersicht Reisfelder Vietnam und Kambodscha

Unterschied zwischen den Regionen in Vietnam

Zur besseren Einordnung hier eine kurze Erklärung, wie sich die Reissaisons je nach Region in Vietnam unterscheiden:

1. Bergregionen (Sa Pa, Mu Cang Chai, Hoang Su Phi/Ha Giang)

In diesen Gebieten gibt es aufgrund von Höhenlage und Klima nur eine Reisernte pro Jahr. Die Felder werden im späten Frühjahr geflutet, sind über den Sommer hinweg sattgrün und erreichen ihre goldene Erntephase überwiegend von September bis Oktober. Außerhalb dieses Zeitfensters sind die Terrassen in der Regel kahl.

2. Nördliche Tiefländer & typische Reise-/Touring-Regionen (Rotes-Fluss-Delta, Mai Chau, Pu Luong und Ninh Binh)

Diese Region hat zwei Hauptanbauzyklen pro Jahr. Die Frühjahrsernte wird im späten Winter gepflanzt und ist im April kräftig grün; die Ernte erfolgt Ende Mai bis Juni. Die Herbst- bzw. Monsunernte wird zu Beginn des Sommers angepflanzt, ist im Juli–August grün und wird etwa im September/Oktober bis Anfang November geerntet.

Kambodscha Landschaft
Ha Giang Reisernte

3. Zentralvietnam (Hue & Hoi An)

Ebenfalls zwei Ernten pro Jahr, jedoch etwas früher als im Norden. Die erste Ernte fällt oft in den April, die zweite etwa in August–September; während der Regenzeit zum Jahresende sind die Felder häufig geflutet.

4. Mekong-Delta (Südvietnam)

Das Delta unterscheidet sich erneut: Dank Bewässerung und Hochwassermanagement sind dort bis zu drei Reisernten pro Jahr möglich. Von August bis Oktober werden einige Felder jedoch absichtlich geflutet, sodass die Landschaft dann eher wassergeprägt ist als von klassischen grünen Reisfeldern – auch wenn der Reisanbau weiterläuft. Da die Anbauzyklen je nach Ort variieren, können Gäste in den meisten Teilen des Deltas üblicherweise das ganze Jahr über Reisfelder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien sehen.

Reisfelder auf einer Asienreise besuchen

Laos Frauen bei Reisernte

Reisfelder lassen sich auf unterschiedlichen Wegen erkunden. Als Klassiker bietet sich eine Individualreise durch Vietnam oder Kambodscha an. Sehr gut eignet sich auch Indonesien für eine Erkundung der Reisfelder.