Maßgeschneiderte Individualreisen nach Südostasien

Traditionen und Bräuche in Vietnam

Die wichtigsten Verhaltensregeln in Vietnam verstehen

Vietnam Karte

Wir haben in diesem Beitrag ein paar Informationen über Traditionen und Bräuche in Vietnam gesammelt, diese finden Sie so in keinem Reiseführer. Wir hoffen, es wird Ihnen dadurch leichter fallen die Denkweisen der Einheimischen zu verstehen, mit ihnen in Kontakt zu kommen und eine unvergessliche Reise zu erleben.

Wie Sie sehen werden, ist Vietnam nicht nur ein Land mit schönen Stränden, majestätischen Bergen und einer ausgezeichneten Gastronomie. Im Laufe der reichen und langen Geschichte Vietnams zeichnet sich die Menschen auch dadurch aus, dass sie die nationale Identität und das faszinierende kulturelle Erbe das von Generation zu Generation weitergeben und bewahren. Somit wird eine Verschmelzung von traditionellen und modernen Werten erreicht.

Keine Zeit zum langen Recherchieren? Wir beraten Sie zu Vietnams Traditionen und gestalten Ihre individuelle Vietnamreise.

Die Bedeutung von Gastgeschenken in Vietnam

Was schenkt man einem Vietnamesen?

Wenn Sie bei Einheimischen Zuhause eingeladen sind, sollten Sie immer ein kleines Gastgeschenk mitbringen. Wir empfehlen beispielsweise etwas aus Ihrer Heimat mitzubringen und den Kindern eine Freude zu machen. Am besten mit etwas typischen, das es in Vietnam nicht gibt. Also z. B. Gummibären oder auch Seifenblasen oder Springseile. Es muss überhaupt nichts teures sein.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie keine Chrysanthemen schenken, diese stehen für Trauer. Auch sollten Geschenke aus Asien vermieden werden, wenn es ähnliche Produkte auch aus Europa gibt. Teilweise werden asiatische Produkte eher als „billig“ angesehen – abgesehen von edlen Geräten, qualitativ hochwertigen Elektronikprodukten oder Geschenke aus Japan. Auch sollten Taschentücher (stehen für Schwierigkeiten), Messer (zerschneiden die Freundschaft), Parfüm/Seife/Deo etc. (könnte bedeuten dass der Beschenkte übel riecht) nicht geschenkt werden. Allerdings sollten diese „Regeln“ nur als Anhaltspunkte dienen, wenn Sie bei Ungekannten Gastgebern zu Besuch sind. Unsere vietnamesischen Freunde haben sich schon sehr über ein Schweizer Taschenmesser als besonderes Geschenk gefreut. Außerdem erreichen uns regelmäßig Bestellungen für Mitbringsel aus Drogeriemärkten.

 

Immer auf die Verpackung achten

Wichtiger fast noch als das Geschenk selber ist die Verpackung – Geschenke ohne oder mit liebloser Verpackung werden in Vietnam nur wenig geschätzt. Bei Verpackungen wählt man am besten Farben wie Gelb, Rot oder Gold – das steht für Glück und Wohlstand; Weiß und Schwarz stehen für Trauer und Tod und sollten vermieden werden.

Identische Geschenke, bzw. Geschenke, die in ihrer Verpackung identisch aussehen für Beschenkte von unterschiedlichem Rang sind auch nicht zu empfehlen. Der Wert des Geschenkes sollte mit dem Status des Beschenkten steigen. Ebenso sollten Menschen, die Ihnen wichtige Gefallen getan haben, dafür auch hochwertigere Geschenke erhalten als andere.

 

Tet Opfergaben in Bananenblätter verpackt
Schön verpackt aber kein Geschenk für den Gastgeber - sondern Opfergaben.

Bräuche bei der Übergabe und Öffnung von Geschenken beachten

Geschenke an gesellschaftlich gleich- oder höhergestellte Partner werden mit beiden Händen übergeben und ebenso angenommen. Bei der Übergabe sollten Sie die Hierarchie beachten: die Ranghöchsten erhalten das Geschenk zuerst. In Vietnam werden Geschenke üblicherweise nicht im Beisein des Schenkenden geöffnet. Man bedankt sich bei der Übergabe – später werden Sie im Normalfall nicht mehr davon hören. Ebenso wenig wird von Ihnen erwartet, dass Sie das Geschenk öffnen oder sich später dafür bedanken.

Übrigens: In buddhistischen Kulturen ist ein Geschenk sehr positiv für den Schenkenden, da er dadurch Verdienste für das nächste Leben sammelt.
Sie sollten auch beim Betreten einer Wohnung oder eines Hauses unbedingt Ihre Schuhe ausziehen. Die Fußsohlen sollten niemals auf andere zeigen, schon gar nicht auf Mönche oder Buddhas.

Gespräche und Themen

Vietnamesen zeigen wenig Mimik bei Unterhaltungen und sprechen generell eher etwas leiser als zu laut. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie in der Öffentlichkeit keine negativen Emotionen wie Wut oder Weinen zeigen. Denn dabei würden nicht nur Sie, sondern auch Ihr gegenüber sein Gesicht verlieren. Vietnamesen haben meist einen freundlichen Blick und bei Gesprächen oder Verhandlungen zählt übrigens ein Lächeln meist mehr als ein gutes Argument.

Am Anfang eines Gesprächs gilt es, eine persönliche Gesprächsatmosphäre zu schaffen, am besten mit unverbindlichem Small Talk. Für den unverbindlichen Small Talk eignen sich beispielsweise das schöne Reiseland Vietnam, die köstliche vietnamesische Küche, das (hoffentlich positive) Abschneiden der vietnamesischen Fußballmannschaft bei einem Turnier, aber auch die deutsche Fußballbundesliga oder ganz klassisch das Wetter (z.B. wie angehehm das Wetter in Vietnam ist).

Heikle Themen wie Politik, Armut in Vietnam und Umgang mit Dissidenten sollten hingegen vermieden werden. Generell sollte man Kritik umgehen, auch das so furchtbar schwüle Wetter in Vietnam, die schlechte Infrastruktur vor Ort, der unfreundliche Service im Flugzeug usw. aber auch Kritik an Deutschland oder an Deutschen.

Vietnam - Markt im Mekong Delta

Zuneigung und Berührungen in der Öffentlichkeit

Auch wenn Sie frisch verliebt sind, sollten Sie zu keiner Zeit mit Ihrem Partner Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit austauschen. Bitte achten Sie darauf, dass der Körperkontakt in der Öffentlichkeit nicht zu eng ist, um den Respekt gegenüber den Vietnamesen zu wahren. Außerdem dürfen Frauen Mönche nicht anfassen oder sich Ihnen gegenüber zu offenherzig zeigen.

Vietnam - Mekong Delta - Verkäuferinnen

Besondere Traditionen und Bräuche in Vietnam

Ahnenverehrung

In Vietnam wird angenommen, dass verstorbene Vorfahren weiterhin in einem anderen Reich leben und dass es die Pflicht ihrer Nachfahren ist, ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Im Gegenzug geben die Vorfahren Ratschläge und dienen als Glücksbringer. In fast jedem Haus in Vietnam steht ein kleiner Altar, der zur Kommunikation mit den verstorbenen Angehörigen dient. Die Bräuche bestehen darin, Früchte, Speisen, Wein und Votivpapier zu opfern, Kerzen anzuzünden und Räucherstäbchen zu verbrennen, bevor vor dem Altar gebetet wird.

Verbrennung von Votivpapier

Viele Reisende in Vietnam fragen sich: „Warum verbrennen Vietnamesen ständig farbige Papiere?“ Diese Papiere sind als sogenannte „Votivpapiere“ bekannt – das können Häuser, Kleidung, Falschgeld, Autos, Motorräder etc. aus Papier sein – der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt! Die Papiere stellen Geschenke für die Vorfahren dar. Nach der Verbrennung wird ein wenig Wein auf die Asche gestreut, damit die Geister in den Himmel aufsteigen und die Gaben zu den Vorfahren bringen können. Dieses Ritual findet regelmäßig an bestimmten Tagen wie Festen, Neu- und Vollmondtagen, jährlichen Ahnenjubiläen oder zum Mondneujahr statt.

Besuch der Pagode

Wenn der Frühling kommt, gehen viele Vietnamesen in die Pagoden und Tempel, um für Gesundheit, Frieden und Glück zu beten. Das ist ein Moment, in dem sich die Menschen an einem spirituellen Ort versammeln, die Schwierigkeiten im Leben hinter sich lassen und gemeinsam die Harmonie von Himmel und Erde spüren.

Der Gott des Reichtums

Nach vietnamesischer Auffassung ist Than Tai („Gott des Reichtums“) eine Art „Wohltäter“, der Vermögen ins Geschäft bringt. Grundsätzlich sollte der Altar in einer gut belüfteten Position, in einer Ecke des Raumes oder vor dem Eingang aufgestellt werden. Deshalb findet man einen kleinen Altar wie diesen in fast jedem Geschäft, jedem Restaurant und jedem Hotel in Vietnam.

Animistische Überzeugungen

In der vietnamesischen Popkultur haben sich animistische Volksreligionen mit Religionen wie dem Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus oder Christentum vermischt und wurden nicht verdrängt. Animisten glauben, dass Seelen oder Geister sowohl in nichtmenschlichen Wesen als auch in Menschen existieren und dass alle Phänomene und Kräfte im Universum von Geistern und den Seelen der Toten kontrolliert werden, die beide maßgeblich am Schicksal eines Individuums beteiligt sind. Eine große Anzahl von Göttern wie die Sonne, der Mond, das Land, der Berg, der Fluss, das Wasser oder der Baum werden seit der Antike verehrt. Wenn sie besänftigt werden, bieten sie den Lebenden Schutz; wenn sie ignoriert werden, verursachen sie Unglück.

In Vietnam ist der Animismus vor allem bei den ethnischen Gemeinschaften im Hochland von größerer Bedeutung. Mit einem Leben das sich ausschließlich um die Landwirtschaft dreht, führen viele Gemeinden in Vietnam jährliche oder sogar monatliche Rituale durch, um von den Göttern Segen für das Pflanzen und Ernten zu erbitten.

Vor jeder neuen Ernte organisieren beispielsweise Co To Familien eine Zeremonie, um dem Waldgeist zu danken, dass er ihnen Nahrung und Kleidung gegeben hat. Die Opfergaben umfassen Wein, Huhn, Fisch, gedämpften Klebereis und Obst.

Kleidung

Bei brütender Hitze ist leichte, weite Baumwollkleidung am angenehmsten zum Tragen. In einem Land wie Vietnam sollten Sie auch bedenken, dass Schultern und Knie bedeckt sein sollten. Besonders bei Besuchen von Tempeln ist das ganz wichtig. In den Bergregionen dürfen Sie auch die Kälte nicht unterschätzen. Hier kann es Nachts stark abkühlen und so sollten Sie immer noch lange Sachen mitnehmen, egal wie hoch die Temperaturen tagsüber sind.

Hoi An

Trinkgelder

Trinkgelder sind in Vietnam eigentlich nicht üblich. Im Rahmen der Öffnung und auch durch den zunehmenden Tourismus sind in touristisch frequentierten Gaststätten und bei touristischen Dienstleistungen Trinkgelder inzwischen jedoch üblich. Behalten Sie dabei im Auge, dass die Verdienste in Vietnam meist recht niedrig sind.

Als Richtlinie empfehlen wir, bei Guides mit denen Sie zufrieden waren, ein Trinkgeld im Gegenwert von ca. 3 – 5 USD pro Tag zu geben; Fahrern, wenn sie freundlich waren, etwas weniger. In normalen Restaurants ist Trinkgeld nicht gängig, in Gaststätten, die viele Touristen sehen, können Sie etwas Wechselgeld auf dem Tisch liegen lassen, wenn Sie mit dem Service zufrieden waren.

Fazit: Humor ist der beste Türöffner

In Vietnam gibt es einige Bräuche, die sich von den westlichen Verhaltensweisen unterscheiden. So werden bspw. Geschenke nicht in Anwesenheit der Schenkenden geöffnet. Kleineren Fauxpas kann man immer sehr gut mit Humor begegnen. So kann man sie auch als Anlass nehmen, die eigenen Traditionen zu erklären. Dies wird von den Einheimischen bestimmt mit Interesse aufgenommen.

Vietnam Frau

Kein Vietnam Ratgeber kann eine individuelle Beratung ersetzen!

Christina Bauer

Christina Bauer

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